Wisentreservat Damerower Werder: Safari-Feeling am Kölpinsee
Ein Schnauben im Unterholz, das Knacken eines Astes – und dann schiebt sich ein zotteliger Koloss zwischen den Kiefern hervor: bis zu einer Tonne schwer, fast zwei Meter Schulterhöhe, mit dunklen, wachen Augen. Wisente, Europas größte Landsäugetiere, galten in freier Wildbahn bereits als ausgerottet. Im Wisentreservat Damerower Werder, auf einer bewaldeten Halbinsel im Kölpinsee direkt gegenüber von Jabel, leben sie seit 1957 – und ein Besuch fühlt sich tatsächlich an wie eine kleine Safari, mitten in Mecklenburg. Wir zeigen Ihnen, warum sich der Ausflug lohnt und wie Sie ihn am schönsten gestalten. Das kommt einem echten Safari-Feeling schon ziemlich nah.
Top 5 Gründe für einen Besuch im Wisentreservat
1. Die Schaufütterung: Giganten zum Greifen nah
Der Gänsehaut-Moment schlechthin: Bei der täglichen Schaufütterung kommen die Wisente bis auf wenige Meter an die Besucherplattform heran. Man hört sie schnauben, kauen und mit den Hufen scharren – und begreift erst in diesem Moment wirklich, wie gewaltig diese Tiere sind. Kein Zaun-Panorama aus hundert Metern Entfernung, sondern echte Nähe zu wilden Riesen. Die Pfleger erzählen währenddessen aus dem Alltag der Herde: wer gerade das Sagen hat, welches Kalb neu ist und warum Wisente sanfter sind, als ihre Statur vermuten lässt.
2. Eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes
Anfang des 20. Jahrhunderts war der Wisent in freier Wildbahn ausgerottet – weltweit überlebten nur wenige Dutzend Tiere in Zoos und Gehegen. Dass heute wieder Tausende Wisente durch europäische Wälder streifen, ist Zuchtstationen wie dem Damerower Werder zu verdanken: Seit 1957 wurden hier Tiere aufgezogen und in Auswilderungsprojekte in ganz Europa vermittelt. Die kleine Ausstellung vor Ort erzählt diese Geschichte eindrucksvoll – und macht den Besuch nebenbei zu einer Lektion darüber, was Naturschutz erreichen kann, wenn man ihm Zeit gibt.
3. Die Halbinsel selbst: Wald, Wasser, Weite
Der Damerower Werder ragt als bewaldete Halbinsel tief in den Kölpinsee – ein Naturidyll mit alten Kiefern und Buchen, stillen Ufern und Wegen, auf denen Sie oft lange niemandem begegnen. Schon die Anfahrt über den schmalen Damm stimmt auf das Erlebnis ein: links Wasser, rechts Wasser, dazwischen Wald. Wer nach dem Wisent-Besuch noch Zeit hat, spaziert am Ufer entlang und hält Ausschau nach See- und Fischadlern, die über dem Kölpinsee ihre Kreise ziehen.
4. Perfekt für Kinder
Kurze Wege, riesige Tiere, spannende Geschichten: Für kleine Entdecker ist das Reservat wie ein Bilderbuch zum Anfassen – nur eindrucksvoller. Die Schaufütterung hat genau die richtige Länge für Kinder-Aufmerksamkeitsspannen, die Plattform bietet freie Sicht auch für die Kleinsten, und die Frage „Wie schwer ist der?“ beantworten die Pfleger geduldig zum hundertsten Mal. Viele Familien kombinieren den Besuch mit einer Badepause am Kölpinsee – so bleibt der Tag auch logistisch entspannt.
5. Die Anreise übers Wasser
Das Wisentreservat ist eines der wenigen Ausflugsziele Deutschlands, das Sie stilecht per Kanu erreichen können: Vom Jabelschen See paddeln Sie durch den Kanal in den Kölpinsee und dann am bewaldeten Ufer der Halbinsel entlang – Adler über dem Kopf, Eisvogel im Schilf, und mit etwas Glück schimmert zwischen den Bäumen tatsächlich ein brauner Rücken. Boote, Kanus und SUPs gibt es im Wassersport-Verleih in Jabel – die Tour ist auch für Gelegenheitspaddler gut machbar.
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Der Wisent: Steckbrief eines Überlebenskünstlers
Fangen wir mit den Zahlen an, die Kinder als Erstes wissen wollen: Ein ausgewachsener Wisentbulle bringt bis zu 900 Kilogramm auf die Waage – so viel wie ein Kleinwagen – und misst an der Schulter fast zwei Meter. Kühe bleiben mit rund der Hälfte deutlich zierlicher. Und trotzdem bewegen sich Wisente am Kölpinsee erstaunlich leise und flink durch den Wald; wer einen im Unterholz verschwinden sieht, glaubt kaum, dass da gerade fast eine Tonne unterwegs war.

Einst lebten die Urrinder in ganz Europa, von Frankreich bis zum Kaukasus – Höhlenmalereien zeigen sie neben Mammut und Auerochse. Doch jahrhundertelange Jagd und schwindende Wälder besiegelten fast ihr Schicksal: Der letzte freilebende Wisent wurde 1927 im Kaukasus geschossen. Zu diesem Zeitpunkt existierten weltweit noch genau 54 Tiere, verstreut auf Zoos und Privatgehege. Näher kann eine Art dem Ende kaum kommen.
Was dann geschah, gehört zu den großen Comebacks der Naturschutzgeschichte: Aus diesen 54 Tieren wurde in beispielloser Zucht- und Auswilderungsarbeit ein Bestand von heute wieder mehreren Tausend Wisenten aufgebaut, die durch die Wälder Polens, Rumäniens und der Karpaten streifen. Stationen wie der Damerower Werder haben daran ihren Anteil. Wer den Tieren hier gegenübersteht, schaut also nicht einfach auf ein großes Wildrind – sondern auf den lebenden Beweis, dass Artenschutz funktioniert.
Gut zu wissen: Besuch planen
Das Wisentgehege wird von der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern betreut – entsprechend unaufgeregt und naturnah geht es hier zu, angenehm weit weg von jedem Freizeitpark-Charakter. Die Schaufütterungen finden in der Saison täglich statt; die aktuellen Fütterungs- und Öffnungszeiten sowie Eintrittspreise veröffentlicht die Landesforst unter wald-mv.de. Unser Rat: Planen Sie den Besuch um die Fütterung herum – dann ist die Wisent-Sichtung praktisch garantiert.

Für den Besuch selbst reichen rund zwei Stunden, mit Uferspaziergang gern mehr. Festes Schuhwerk ist auf den Waldwegen angenehm, ein Fernglas erhöht die Chancen auf Bonus-Sichtungen von Adler bis Specht, und die Kamera sollte griffbereit sein. Fotografen nehmen am besten ein Teleobjektiv oder den Handy-Zoom mit: Das weiche Vormittagslicht auf den Lichtungen lässt die zotteligen Umrisse der Tiere förmlich leuchten.
Ein Hinweis noch, der wichtig ist: Hunde bleiben besser im Quartier. Die Wisente reagieren empfindlich auf sie, und der Besuch ist mit Vierbeiner nicht gestattet – das Reservat macht da aus gutem Grund keine Ausnahmen. Am besten teilt sich die Familie auf: Eine Hälfte besucht die Wisente, die andere bleibt mit dem Hund am Badestrand. Beim nächsten Besuch wird getauscht.
Unser Tipp: der perfekte Wisent-Tag
Unsere Lieblingsvariante ist der Dreiklang aus Paddeln, Wisenten und Strand. Vormittags steigen Sie in Jabel ins Kanu und nehmen Kurs auf den Kanal: eine gemütliche halbe Stunde durch stilles Wasser, vorbei an Schilfgürteln, in denen es raschelt und zwitschert. Im Kölpinsee angekommen, folgen Sie dem bewaldeten Ufer der Halbinsel – und spätestens hier begleiten Sie meist die ersten Adler.
Mittags erleben Sie dann die Schaufütterung im Reservat und nehmen sich danach Zeit für die Ausstellung zur Geschichte der Wisent-Rettung – sie ist kompakt, aber eindrucksvoll und gibt dem Erlebnis den Kontext. Auf dem Rückweg lohnt ein Stopp an einer der Badestellen am Kölpinsee: Wasser, Picknick, vielleicht ein kurzes Nickerchen im Schatten.
Wer lieber festen Boden unter den Füßen behält, nimmt statt des Kanus das Fahrrad: Die kurze Radtour von Jabel zur Halbinsel ist in gut einer halben Stunde geschafft und auch mit Kindern problemlos machbar – Badestellen liegen praktischerweise am Weg. Und der Abend gehört dann wieder dem Jabelschen See: baden, grillen, Stockbrot, Sonnenuntergang. Mehr Programm braucht ein guter Tag nicht.
Übernachten gegenüber der Wisent-Halbinsel
Näher dran geht nicht: Unser Natur- und Strandcampingplatz in Jabel liegt am Wasser praktisch gegenüber des Damerower Werders. Morgens Wisente, nachmittags Naturstrand, abends Pizza auf der Restaurant-Terrasse mit Seeblick – zwischen den Programmpunkten liegen hier keine Autobahnkilometer, sondern ein kurzer Barfußweg über den Platz.
Ihr Kanu für die Tour zur Halbinsel wartet direkt am Steg, und wer mit dem eigenen Boot anreist, findet im Hafen einen Liegeplatz mit Strom und Wasser. Übernachtet wird ganz nach Geschmack: im Zelt oder Wohnmobil in erster Wasserreihe, im komfortablen Miet-Wohnwagen oder in einem unserer Ferienhäuser in Jabel und Nossentin.
So wird aus dem Ausflug zu Europas Riesen ein echtes Naturwochenende – mit Adlerkreisen über dem Frühstück, Wisenten am Mittag und Froschkonzert zum Einschlafen. Und falls Sie danach noch mehr wilde Nachbarn kennenlernen wollen: Der Müritz-Nationalpark mit seinen Adlern und Kranichen wartet gleich um die Ecke.
Unser Restaurant: Genuss mit Seeblick
Verweilen Sie auf unserer schönen Terrasse mit 120 Sitzplätzen und direktem Blick über den Jabelschen See sowie dem Naturpark Nossentiner Schwinzer Heide. Wir bieten Ihnen eine ansprechende Getränkeauswahl, verschiede Caféspezialitäten, sowie kleine frische Speisen und eine Auswahl an verschiedenen Pizzen. Auch Kuchen und Torten bieten wir Ihnen.
120 Plätze mit Seeblick
Terrasse, Liegestühle
Lagerfeuer-Ecke
Frische Küche & Pizza
Regional, saisonal, ohne Tüte
Kaffee, hausgemachte Torten
Was Gäste sagen
Darauf sind wir stolz:
Ihr Urlaubsquartier in Jabel an der Müritz
Der Damerower Werder liegt praktisch vor unserer Haustür: Genuss-Ferien sitzt am Jabelschen See direkt gegenüber der Wisent-Halbinsel im Kölpinsee. Das Kanu für die Tour zu Europas Riesen wartet am eigenen Steg.
Morgens Wisente, nachmittags Naturstrand, abends Lagerfeuer – so wird aus dem Ausflug ein ganzes Naturwochenende.
- 1,5 Std.
- von Berlin
- 2 Std.
- von Hamburg
- Direkt
- am Jabelschen See
Häufig gestellte Fragen zum Wisentreservat Damerower Werder
Weitere Fragen?
Der Wisent ist der europäische Verwandte des amerikanischen Bisons – etwas hochbeiniger, mit weniger massigem Vorderkörper und stärker bewaldetem Lebensraum. Beide gehören zur selben Gattung und sind die größten Landsäugetiere ihrer Kontinente.
Seit 1957. Damit ist das Reservat eines der ältesten Wisent-Schutzprojekte Deutschlands und hat über die Jahrzehnte viele Tiere für Auswilderungsprojekte in ganz Europa gezüchtet.
In der Saison täglich – die aktuellen Fütterungs- und Öffnungszeiten veröffentlicht die Landesforst MV auf wald-mv.de. Zur Schaufütterung erleben Sie die Tiere aus nächster Nähe, planen Sie Ihren Besuch am besten danach.
Der Eintritt ist moderat, Kinder zahlen ermäßigt. Die aktuellen Preise finden Sie auf der Website der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern unter wald-mv.de.
Sehr gut: kurze Wege, eine Aussichtsplattform mit freier Sicht auch für die Kleinsten und die eindrucksvolle Schaufütterung machen den Besuch für Kinder jeden Alters spannend – und lehrreich obendrein.
Ja, beides: von Jabel aus per Rad in gut einer halben Stunde über ruhige Wege – oder stilecht per Kanu über den Kanal in den Kölpinsee, am bewaldeten Ufer der Halbinsel entlang.
Nein, davon raten wir dringend ab – Wisente reagieren empfindlich auf Hunde. Lassen Sie Ihren Vierbeiner für die Dauer des Besuchs besser im Quartier oder bei einem Teil der Familie am Badestrand.
Mit etwas Glück ja – im großen Waldgehege oder vom Wasser aus zwischen den Bäumen. Sicher und aus nächster Nähe erleben Sie die Tiere aber bei der täglichen Schaufütterung.